Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluss, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt. In einer Zeit, in welcher die Menschheit einen so tiefgreifenden Wandel erfährt, können deshalb die vom Geist des Evangeliums erleuchteten Frauen der Menschheit tatkräftig dabei helfen, dass sie nicht in Verfall gerät“. – Papst Johannes Paul II

Maria Schober

Ich bin Maria, 52 Jahre alt, Mutter von 5 Söhnen, seit 30 Jahren verheiratet und vor allem bin ich eine Frau.
Aber wer bin ich wirklich? Diese Frage stelle ich mir schon sehr lange, vielleicht schon mein ganzes Leben lang.
Auf die Suche nach meinen innersten Selbst habe ich mich vor 12 Jahren, nach dem plötzlichen Tod meiner Mama gemacht. Durch diesen für mich sehr schweren Schicksalsschlag und auch durch die damalige Krankheit meines jüngsten Sohnes, die mich emotional sehr herausforderte, wurde mir bewusst, dass ich für mich etwas ändern muss. Meine Ehe? Meine Familie? Meinen Weg?
Ich entschied mich, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich weiß, das klingt jetzt kitschig, denn will das nicht jeder Mensch, sich selbst kennen?
Eine der schockierensten Erkenntnisse, die ich in meinem Leben erfahren musste, war jene, dass ich als „Mutter oder Hausfrau“ nicht anerkannt wurde. Ich entschied mich nach der Geburt meines Jüngsten, nur mehr geringfügig zu arbeiten, um mehr für meine Familie, für meinen Mann und für mich da zu sein. Die Gesellschaft und meine Umgebung hießen dieses Vorhaben nicht gut. „Ah ja, du bist ja nur mehr zu Hause“, hörte ich oft. Wenn man sich heute für seine Familie einsetzt und seinen fünf Kindern ein gemütliches Zuhause zu schenken versucht, kommentiert das unsere Gesellschaft mit Unverständnis oder gar Argwohn .

So ging ich auf die Suche, arbeitete stundenweise und nahm mir viel Zeit für meine Familie und mich. Das Leben an sich und vor allem das Wohlergehen von Kindern war und ist für mich von großer Bedeutung und deshalb engagierte ich mich bald ehrenamtlich für die „Woche für das Leben“. Dieses Einsetzen für das Leben gab mir viel Kraft und es brachte mich ein Stück näher zu meinem innersten Selbst. Durch diese Schritte fand ich mit fünfzig Jahren den Mut zur Berufsreifeprüfung. Da mir das Lernen so viel Spaß bereitete, absolvierte ich daraufhin zwei Studiengänge: „Theologie des Leibes“ und „Leib-Bindung-Identität“ in Heiligenkreuz.
Durch das Studium lernte ich viele Texte vom Hl. Papst Johannes Paul II kennen und lieben. Dort entdeckte ich auch eines meiner liebsten Zitate, das uns Frauen ermutigen soll. Es ist am Anfang erwähnt.
Meine Erfahrungen, Erlebnisse und das neu Gelernte bringen mich zur Überzeugung, dass jetzt die Stunde gekommen ist, in der jede Frau ihre ureigene Berufung leben kann.
Aus diesem Grund erzähle ich die Geschichte von Leonie und versuche, ihre Fragen an das Leben mit meinem Wissen und meinem Herzen zu beantworten.

„So lade ich Euch ein, mit mir und Leonie auf diese Reise zu gehen.“