Der Blick in die Augen

3. Kapitel

Angelika bringt Leonie noch ein Glas Wein und sie quatschen und spaßen, denn Angelika weiß genau, wie sie Leonie zum Lachen bringen kann. Nach zwei Stunden steht Leonie auf und verabschiedet sich. An der Tür hält Angelika sie noch kurz zurück. Sie sagt: „Darf ich dir einen Tipp geben? Vergiss diese blauen Augen nicht! Träume von diesem Blick des Mannes. Zumindest denke an ihn, an seine Augen und spüre, wie du dich dabei fühlst. Dieses Verlangen nach einem anderen Menschen nenne ich Wohlgefallen. Es wird dir bewusst, dass er dir gefällt. Ich weiß, das ist sicherlich eine etwas altmodische Sprache, aber sie hat so etwas Schönes an sich. Wohlgefallen… Du fühlst dich vom anderen angezogen.  Diese Anziehung ist der erste Schritt in der persönlichen Liebe zwischen Mann und Frau. Die Schönheit einer Person kann sowohl äußerlich als auch innerlich sein. Dieser erste Schritt ist ein wesentlicher Aspekt in der Liebe.“

„Okay, jetzt ist doch wieder die Philosophin aus dir ausgebrochen“, lacht Leonie, „ich wusste es, du kannst es doch nicht lassen!“

Weißt du, ich habe im Leben schon so viel erlebt und ich lese gerade „Liebe und Verantwortung“ von Karol Wojtyla und er beschreibt diese Liebe so wunderschön“, erwidert Angelika.

„So, jetzt geh ich aber. Gute Nacht und schlaf gut, meine Freundin!“ verabschiedet sich Leonie lächelnd.

„Gute Nacht! Schlaf auch du gut und träum was Schönes!“

Leonie ist ein bisschen beschwipst und lacht in sich hinein.

Sie grüßt Papageno mit einem Knicks und geht leichten Schritts durch die drei Gassen, die ihre Wohnung von diesem Platz trennen.