Glaube?

72. Brief

Liebe Leonie,

ich weiß, ich habe ein persönliches Problem mit den Ideen und Ansichten der 68er, doch im Gespräch mit Birgit Kelle, in einem Salzburger Kaffeehaus, wurden meine Bedenken bestätigt und es taten sich neue Perspektiven für mich auf. Damals in den späten 60ern und frühen 70ern, bekam ich als Kind diese fantastische, hoffnungsvolle Aufbruchstimmung nur am Rande mit. Aus Erzählungen hörte ich, dass viele in der sexuellen Revolution die Lösung sahen. Frei gelebte Sexualität konnte nur Glück für alle Menschen bringen.

Freiheit, sexuelle Erfüllung…

Damals wurde viel versprochen. Freiheiten, sexuelle Erfüllungen, glückliche Menschen, kurz das Paradies. In meiner heutigen Umgebung sehe ich eine andere Realität. Viele Scheidungen, verzweifelte, alleinerziehende Mütter, zerbrochene Familien, durch sexuellen Missbrauch zerstörte Menschen, Einsamkeit, und viel, viel Leid.

Das Buch „Hadassa“ beschreibt den gleichen Zustand der Gesellschaft im alten Rom.

„Man setzt eine Lüge in die Welt, rechnet auch mit ein, zwei Konsequenzen daraus – aber dann kommen eigentlich immer auch noch Konsequenzen dazu, die man nicht bedacht hat! Für diese muss man sich neue Lügen ausdenken, um die erste aufrecht erhalten zu können. Aber auch die haben wieder Konsequenzen usw. und ehe man sich versieht, hat sich aus einer “kleinen” Lüge ein großes Lügengebilde entwickelt, das instabil ist und irgendwann zusammenbrechen muss.“, so Tamara Unger im Blog Andererseits.

Werte – unwichtig!

Birgit bestätigte, was ich auch in meinem Studiengang Theologie des Leibes hörte.  Werte wie Treue, Enthaltsamkeit, Sex nur mit einem Partner und das womöglich nur in der Ehe, Schutz von Familien und viele andere „altmodische“ Sichtweisen, die von den damaligen Akteuren über Bord geworfen wurden, haben unsere Gesellschaft in all den Jahren entkernt.  Wichtige lebenserhaltende Werte, die Jahrhunderte gültig waren, wurden allesamt für nichtig und falsch erachtet. Durch dieses jahrzehntelange Wirken verschiedener Kreise, sind wir in einer Gesellschaft angelangt, in der das einzelne Menschenleben nicht mehr zählt, wie uns die Abtreibungszahlen und die Entwicklung der Euthanasie täglich vor Augen führt. Dafür wird das Klima gerettet und unsere Geschlechter im Genderismus in Frage gestellt.

Trotzdem, Ja!

Trotzdem, die gute Nachricht lautet, Menschen sehnen sich nach Halt, nach Grenzen und vor allem nach einer bedingungslosen, lebenslangen Liebe. Diese Suche nach einem tiefgründigen Sinn im eigenen Leben, scheint tief im Menschen verwurzelt zu sein. Viele wollen Spiritualität leben und sich auf ein höheres Ziel im Leben ausrichten, es anpeilen und dann auch finden. Ich traue mich zu behaupten, an Gott zu glauben, auf ihn zu hoffen und ihn zu lieben ist eine Glücksformel für jedes Leben.  Oder wie Nina Heeremann in ihrem Video erzählt: „Wer glaubt ist nie alleine.“

Darum lasst uns recherchieren, lernen, lesen und viele Gespräche führen, um immer nach der Wahrheit zu suchen. Denn es steht auch im Johannesevangelium 8,32 geschrieben: “…und die Wahrheit wird euch frei machen.”

Alles Liebe, Deine Maria

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