Liebessprachen

57. Brief

Liebe Leonie,

ich hätte schon viel früher dieses Buch über die fünf Sprachen der Liebe lesen sollen. Ich hätte mir viel Ärger und viel Unverständnis erspart. Alle meine Söhne sprechen ihre eigene Sprache und ich glaube jeder hat eine andere. Es ist schwierig herauszufinden, welcher Sprache sie mächtig sind.

Ist es die Sprache, die

  • Lob und Anerkennung ausdrückt?
  • oder die Sprache der gemeinsamen Zeit?
  • ist es die Sprache der Geschenke, die von Herzen kommen?
  • ist es der Liebesdienst und die Gefälligkeiten, oder ist es die Sprache des
  • Körperkontaktes und der Zärtlichkeiten?

Einer meiner Söhne hat sich vor kurzem beschwert, dass ich seine Leistungen nicht richtig schätze und würdige. Da wurde mir klar, dass für ihn Lob und Anerkennung sehr wichtig sind. Einer meiner Lieben bringt mir immer etwas mit, er schenkt mir Kleinigkeiten und vergisst weder den Muttertag, noch meinen Geburtstag. Seine Hauptsprache ist die der Geschenke, die von Herzen kommen. Wenn mein Mann und ich Stress haben, dann fängt er gerne an, mir im Haushalt zu helfen. Ich habe die verschiedenen Sprachen meiner Familie oft nicht verstanden und so auch nicht kapiert, dass es ihre eigene Art ist, mir und anderen ihre Zuneigung zu zeigen.

Zeit für einander

Ich glaube, ich spreche die Sprache der gemeinsamen Zeit. Ich liebe die Zeit, die ich mit meinem Mann, vor allem wenn wir miteinander tanzen, teile. Auch die Zeit mit meinen Kindern ist mir sehr wertvoll. Darum vermisse ich den Lebensabschnitt, in dem meine beiden großen Söhne noch klein waren. Ich ging arbeiten, da es in meiner Herkunftsfamilie gewünscht war und ich gar nicht darüber nachdachte. Auch glaubte ich, mein angeknackstes Selbstbewusstsein damit aufbauen zu können. Und jetzt, viele Jahre, später bereue ich es, diese wertvolle Zeit nicht mit meinen Babys verbracht zu haben.

Es ist wirklich schwierig, die Hauptsprache des anderen zu entdecken, aber wenn ich meine eigene schon einmal kenne, dann ist schon viel geschafft. Ich hätte mir viel Leid erspart.

Das Unsichtbare sichtbar machen!

Eine der Kernaussagen der Theologie des Leibes ist, dass nur der Körper das Unsichtbare sichtbar machen kann. Der Mensch kann Zuneigung und Hilfsbereitschaft mit seinen Händen zeigen, Lob und Anerkennung durch die Worte, die er ausspricht, er kann durch das Überreichen von Geschenken dem anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und er kann durch den Körperkontakt und auch durch Sexualität eine innige Liebe vermitteln. Darum ist es so wichtig, sich seiner Sprache, auch der Sprache des Körpers, bewusst zu werden, denn gerade bei der Sexualität ist eine Banalisierung dieser, das Schlimmste was wir uns und dem anderen antun können.

Geschenk an den anderen

Liebe Leonie, lernen wir gemeinsam die Sprachen kennen, die Sprache der Liebe, die Sprache des Körpers, damit wir für den anderen und für uns selbst zum Geschenk werden können.

Bis zum 20. April

Alles Liebe Deine Maria

 

PS: Bitte schreibt mir unten, was ihr von meinen Briefen und meinen Gedanken haltet? Vielen Dank!

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