Der verletzte Mann

46. Brief

Liebe Leonie,

„Warum tut es einem Mann weh, wenn sein Kind abgetrieben wurde?“, diese Frage stellt sich Karolin Wehler im Interview. Warum werden diese Schmerzen, diese Probleme in unserer Gesellschaft nicht thematisiert und dadurch verschwiegen. In letzter Zeit wird immer deutlicher, wie sehr Frauen unter Abtreibung leiden können. Aber Männer?

Ich habe persönlich nie daran gedacht, dass dieses Tun auch Männer verletzen könnte, bis mir ein Freund seine Geschichte erzählte. Der damals junge Mann hatte einige Freundinnen und lebte seine Freiheit in vollem Genuss und voller Lust. Bis zu dem Tag als eine junge Frau an ihn herantrat und ihn bat die Abtreibung seines Kindes zu bezahlen. Im ersten Moment handelte er so, als ob er eine fällige Rechnung bezahlen würde. Jahre später, in denen keine seiner Beziehungen gelang, erkannte er während einer Lebensbeichte seinen inneren tiefen Schmerz. Ihm wurde klar, durch den Verlust des Kindes verlor er seine Kraft und dadurch auch seine Männlichkeit.

Auch ein jüngerer Mann erzählte mir in einer trügerischen Leichtigkeit, dass seine Freundin, mit seiner Unterstützung, die Abtreibungspille nahm.  Ich glaube noch ist ihm seine Verantwortung nicht bewusst, denn: „Viele Männer empfinden eine Leere und geballte Emotionen wie Wut“. Diese Zeilen las ich auf der Seite von saveone und in einem t-onlineartikel stand: „Doch nicht nur die Frauen leiden. Das sogenannte Post Abortion Syndrom (PAS) betrifft auch Männer.“

In meinem Studiengang Leib-Bindung-Identität lernten wir, dass es viele Entwicklungsaufgaben für die Buben gibt, um ihre Potenz, ihre Männlichkeit entwickeln zu können. Und die männlichste aller Aufgaben ist und bleibt das Beschützen von Frau und Kind. Warum spielen Jungs so gern Ritter, Polizisten und Drachentöter?

„Vier von fünf Partnerschaften scheitern nach einer Abtreibung. Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine direkte Konfrontation mit dem Tod. Und als solche wird er von der Seele auch erlebt.“, so in dem Artikel weiter.

Liebe Leonie, wir sind uns alle nicht bewusst, wie schwer Abtreibung auf uns allen lastet. Die ganze Gesellschaft leidet unter diesem Tun, das sie so freizügig unterstützt. Ja wir brauchen wieder starke, ungezähmte Männer, die sich für den Schutz des Lebens einsetzen.

Denn es ist ihre stärkste, verantwortungsvollste und männlichste Aufgabe, die sie von Gott unter dem Titel: „macht euch die Erde untertan“ Gen.1, 28, von Anbeginn der Zeiten übertragen bekamen.

„Was gibt es Größeres, Kostbareres in der Schöpfung als ein neues Menschenkind? Was ist heute (zumindest in Europa) gefährdeter als ein ungeborenes Kind? Es ist schwer begreiflich, wieso der Einsatz für den Umweltschutz sich nicht vorrangig den Schutz der Kinder vornimmt, denn was fördert den Respekt vor der Schöpfung mehr als die Sorge um ihr Kostbarstes: das Kind, das dieser Welt geschenkt wurde, um sie zu erkennen, zu achten und zu pflegen?“, so Kardinal Schönborn.

Bis zum 20. November

Alles Liebe Deine Maria

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