Streben nach Glück

45. Brief

Liebe Leonie,

„Was führt den Menschen dazu, das Leben abzulehnen?“, so Franziskus: „es sind die Götzen dieser Welt: Geld, Macht, Erfolg. Dies sind falsche Parameter, um das Leben zu bewerten.“

Ja, liebe Leonie hier spricht der Papst über Wünsche der schnellen Art. Geld, Macht und Erfolg. Über diese Antriebe, die wenn man sie erfüllt bekommt, nicht wirklich glücklich machen können, wie wir ja alle zur Genüge wissen. Es gibt zwei Arten von Verlangen. Die kurzfristigen Begehren, die meistens aus einer Neigung, einem Trieb oder aus Spontanität entstehen und die Anliegen, die nicht schnell oder leicht einzulösen sind. Über diese Wünsche müssen wir nachdenken, über sie immer wieder reflektieren und die dadurch in unserem Inneren reifen können. Aber genau diese Wünsche sind es, die uns zu unserem Glück führen können.

Das Streben nach Glück ist in jedem Menschen veranlagt und sogar in der amerikanischen Verfassung wortwörtlich verankert. Es ist eine natürliche menschliche Konstante, die man bei allen Zielen, allen Projekten und allen Vorhaben immer mit einberechnen muss. Wenn Glück nicht als Ziel des Vorhabens steht, werden die Bemühungen nicht zum Erfolg führen. Dabei ist es erstaunlich, dass das Streben nach Glück und das Vollziehen des Guten sich nicht widersprechen, sondern im Gegenteil sich wechselseitig bedingen, sowie Thomas von Aquin bekräftigt. Das heißt, wenn ich mich nach dem Guten und Wahren richte, mich an Gesetze, Gebote und Regeln halte, dann ist es viel leichter mein Glück finden zu können, als wenn ich es nicht tue. Das ist in der menschlichen Natur angelegt.

Ich habe die Abtreibungspille genommen und weiß heute, dass ich dich, lieber Samuel, unglaublich vermisse. Der Schwangerschaftsabbruch hat mein Leben und mich verändert. Vieles ist nicht mehr wie vorher. Mein Leben hat jetzt zwei Hälften. Ich bin Mutter geworden, ohne dich in den Armen halten zu dürfen.“, diese traurigen Sätze schrieb eine Mutter, die den schnellen Weg gehen wollte und sich gegen ihr Kind entschied.

In unserer Zeit ist es normal, alles zu wollen und das sofort. So brauchen wir dringend Menschen, die uns dabei helfen, unser Glück zu finden. Das können Freunde, Familienangehörige, oder auch fremde Personen, wie Beraterinnen, sein.

Das Streben nach Glück oder noch schöner nach Glückseligkeit ist in uns eingeschrieben und darum weiß ich, dass es uns in unserem Herzen bewusst ist, wie wir zu handeln hätten.

Liebe Leonie, lass nicht zu, dass der jetzige Mainstream dich in eine schnelle Glückserfüllungsspriale treibt, aus der du nicht mehr aussteigen kannst.

Halte an und denke nach, suche deine Glückseligkeit in der Liebe, in der Liebe zu deinem Kind. Oder wie Papst Franziskus sagt: „Das einzige authentische Maß des Lebens ist die Liebe, die Liebe, mit der Gott das Leben liebt!“.

Bis zum 10. November

Alles Liebe Deine Maria

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