Die Würde des Menschen

28. Brief

Liebe Leonie,

 

Die Würde und die Rechte jedes einzelnen müssen in unserer modernen Zeit neu überdacht werden. Im heurigen Jahr 2018 sind die Befürchtungen, die Papst Johannes Paul II prophezeit hat, was Familie, Ehe, den Wert der Frauen, der Männer und der Kinder betrifft, eingetroffen. Auch Mutter Teresa hat vor der Veränderung unserer Gesellschaft gewarnt. Alle neuen Gesetze zur Förderung der Genderideologie, die Angriffe auf die Ehe und alle Benachteiligungen, die die Familien erfahren, zeigen uns einen Trend, der für unsere Gesellschaft, für unsere Kultur und für uns selbst sehr bedrohlich ist. Die Praktiken, wie Verhütung, sexuelle Freizügigkeit, die Ausweitung und Verfügbarkeit der Pornographie in allen Medien und vor allem die Anzahl der Abtreibungen – man geht davon aus, dass in Österreich jedes dritte Kind nicht leben darf –  sind für unsere Gesellschaft und für unsere gesamte Entwicklung und Zukunft sehr gefährlich.

Christiane Lamprecht weist in ihrem Interview auf den Artikel 1 im deutschen Grundgesetz hin, indem es heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“.

Am 12. März 1938, vor genau 80 Jahren, wurde Österreich an Hitlers Deutsches Reich angeschlossen. Wie in den drauffolgenden Jahren mit der Würde der Menschen umgegangen wurde, wissen wir alle. Ein Menschenleben war nicht mehr viel wert.

Liebe Leonie, ich will normalerweise keinen Vergleich mit dieser Zeit ziehen, aber in ganz Österreich wurde in den letzten Tagen in allen Medien und in der Politik dieses Datums gedacht. Auch die österreichischen Bischöfe schrieben am 5. März in ihrem Hirtenwort: „Erinnern und Gedenken sind zutiefst christlich und zeichnen jede humane Kultur aus. Getragen von der Suche nach Wahrheit, reinigen sie das Gedächtnis, nehmen das Leid der Opfer in Blick, machen dankbar für das bleibend Gute und ermöglichen Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Lernen aus der Geschichte“.

So bitte ich alle, gerade aus aktuellem Anlass, Medien, Politiker und die gesamte Gesellschaft sich dieser Vergangenheit bewusst zu werden und im Jahr 2018 und darüber hinaus die Würde jedes Menschen zu akzeptieren und zu schützen. Oder wie die Bischöfe betonen: „…der Überzeugung von der gleichen Würde aller Menschen auf ihrer Gottebenbildlichkeit zu setzen.“

In den letzten Tagen diskutierte ich mit Freundinnen über Abtreibung und über Frauenrechte auch in Bezug auf Österreichs Vergangenheit. Wir kamen zu dem Schluss, dass Staat, Regierung und die gesamte Bevölkerung aufgefordert sind, sich dafür einzusetzen, die Würde des Menschen zu verteidigen und sie zu schützen. Doch in erster Linie sind wir es selbst, die wir uns für die eigene Würde stark machen müssen. So etwas nennt man Eigenverantwortung. Und ganz besonders als Mütter und Väter haben wir die Verantwortung, für das Leben unserer Kinder zu Felde zu ziehen.

Geborene und Ungeborene!

Bis zum 10. April

Alles Liebe Deine Maria

PS: Ihr wisst, ich veröffentliche immer am ersten, am zehnten und am zwanzigsten des Monats einen Blogeintrag. Der erste April ist Ostersonntag und deshalb wird der nächste Blogeintrag erst am zehnten April online gestellt.

Danke für euer Verständnis.

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