Ahnst du, wie schön du bist?

27. Brief

Liebe Leonie,

 

Selbstliebe, Selbstfindung, Selbstverwirklichung – liegt das Glück tatsächlich in einem selbst? Oder findet man es nicht eher außerhalb? Ich las diese Zeilen, die der BLICK-Kolumnist Giuseppe Gracia über kompliziertere und einfachere Wege eines glücklichen Lebens schrieb und fand mich und meine Geschichte wieder.

In schwierigen Zeiten meines Lebens versuchte ich, mich mit Pendeln, Numerologie und Handlesen selbst zu finden, um dadurch meine Probleme lösen zu können. Doch als Freundschaften zu brechen begannen, dachte ich viel über mein Vorgehen nach und beendete dieses, denn ich erkannte, dieser Weg ist nicht der richtige für mich.

Mutter Teresa ist für mich eine der großen Persönlichkeiten. Durch ihren Einsatz für die Armen, die Sterbenden und für die Ausgegrenzten erkannte ich, der Einsatz für den anderen muss so etwas wie eine Glücksformel beinhalten. So machte ich mich auf den Weg und lernte in meinen Studiengängen Theologie des Leibes und Leib- Bindung- Identität viel.  Ich las viele Schriften und Texte unter anderem auch von Edith Stein und erkannte auch durch mein eigenes Leben immer mehr, ich bin glücklich, wenn es meinen Lieben gut geht. Mir ist es gegeben, Glück zu empfinden, wenn ich den anderen etwas geben kann. Eine gute Freundin sagte mir einmal: Jeder Mensch hat seine Gaben und wenn er diese Talente erkennt und lebt, wird er glücklich. Vor allem wenn er liebt und geliebt wird.

Liebe Leonie, als Frauen sehnen wir uns danach, auf eine bestimmte Art geliebt zu werden. „Eine Art Liebe, die ganz unserer Weiblichkeit entspricht. Wir wollen begehrt, umworben, zärtlich geliebt werden. So sind wir gestrickt, das macht uns lebendig!“, schreibt Stacy Eldredge in ihrem Buch.

Ja, wir werden glücklich, wenn wir von anderen Menschen gesehen, beachtet und geliebt werden. Unsere Seele wird glücklich, wenn sie von außerhalb wahrgenommen wird, aber auch wenn sie von sich aus nach außen schaut. Oder wie der heilige Thomas von Aquin (1225–1274) sagt: „Alles, was die Seele glücklich macht, liegt außerhalb ihrer selbst!“. Oder mit den Worten vom Kolumnist Guiseppe Gracia: „Was meint der Denker damit? Die Bäume, das Meer, die Sonne, die Tiere. Die Frauen, die Männer, die Kinder. Die Blumen, die Sterne, die Familie. Das alles liegt außerhalb unserer Seele und kann uns erfüllen, kann uns zu einem glücklichen Leben führen. Thomas von Aquin lenkt seinen Blick nicht auf das eigene Innere. Sondern er richtet den Blick nach außen, auf die Welt und ihre täglichen Wunder!“.

Liebe Leonie, vielleicht ist das alles ein Kreislauf. Vielleicht liegt zwischen den Einsatz für den anderen und der eigenen Schönheit ein direkter Zusammenhang. Indem ich meinen Blick nach außen richte, meine Mitmenschen und die Welt in ihren eigenen Schönheiten erkenne, wird meine Seele über dieses Erkennen glücklich und aus diesem Glück heraus werde ich einfach schön.

Bis zum zwanzigsten März

Alles Liebe Deine Maria

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